Diisocyanat (DDI) ist ein einzigartiges aliphatisches Diisocyanat mit einem 36 Kohlenstoffatome umfassenden Dimer-Fettsäuregerüst. Diese Struktur verleiht DDI eine höhere Flexibilität und Haftung als anderen aliphatischen Isocyanaten. DDI zeichnet sich durch geringe Toxizität, Vergilbungsfreiheit, Löslichkeit in den meisten organischen Lösungsmitteln, geringe Wasserempfindlichkeit und niedrige Viskosität aus. Als zweifach funktionelles Isocyanat kann DDI mit zwei oder mehr aktiven Wasserstoffverbindungen Polymere bilden. DDI findet Anwendung in Feststoffraketentreibstoffen, der Textilveredelung, der Papier-, Leder- und Textilimprägnierung, der Holzschutzbehandlung, der Vergussmasse für elektrische Bauteile sowie der Herstellung von Polyurethan-(Harnstoff-)Elastomeren mit speziellen Eigenschaften, Kleb- und Dichtstoffen usw.
In der Textilindustrie zeigt DDI hervorragende Anwendungsmöglichkeiten hinsichtlich der wasserabweisenden und weichmachenden Eigenschaften von Textilien. Es ist weniger wasserempfindlich als aromatische Isocyanate und kann zur Herstellung stabiler wässriger Emulsionen verwendet werden.
Die Verwendung von 0,125 % DDI verleiht dem Gewebe dauerhafte Weichheit. Mit nicht dauerhaften kationischen Weichspülern behandelte Textilien weisen nach 26 Wäschen eine vergleichbare Flexibilität auf. Die wasserabweisende Wirkung von Textilien mit 1 % DDI ist gleichwertig oder sogar besser als die von Pyridin-Fett-Imprägniermitteln (AATCC-Test).
DDI kann die wasser- und ölabweisende Wirkung fluorierter Textilien verbessern. In Kombination angewendet, kann DDI die wasser- und ölabweisenden Eigenschaften von Textilien deutlich steigern.
Sowohl Labor- als auch Feldversuche haben gezeigt, dass DDI eine bessere Beständigkeit gegenüber Waschen und chemischer Reinigung aufweist als Fluorid oder Textilzusätze wie Antistatikmittel.
DDI, hergestellt aus dimeren Fettsäuren, ist ein typisches umweltfreundliches, biobasiertes Isocyanat. Im Vergleich zu den universellen Isocyanaten TDI, MDI, HDI und IPDI ist DDI ungiftig und reizarm. Angesichts der zunehmenden Beliebtheit dimerer Säuren als Rohstoffe in China und des wachsenden Bewusstseins für eine kohlenstoffarme, umweltfreundliche Wirtschaft und nachhaltige Entwicklung gewinnt die Verwendung biobasierter Rohstoffe für die DDI-Herstellung immer mehr an Bedeutung. Dies ist von großer praktischer Relevanz für die Förderung der Polyurethanindustrie.
Veröffentlichungsdatum: 15. Dezember 2020
